Sie möchten ein Testament errichten oder denken darüber nach?

Sie scheuen die Kosten?


Ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag bieten Ihnen Sicherheit und machen die Beantragung eines Erbscheins im Todesfall überflüssig.

Wie ist das z.B . bei Ehegatten, die Grundbesitz haben?

Ist kein notarieller Erbvertrag und kein notarielles Testament vorhanden, so muss der überlebende Ehegatte nach dem Tod des zuerst Versterbenden einen Erbschein beantragen. Das per Hand ohne Notar geschriebene Testament reicht da nicht. Einen zweiten Erbschein müssen dann meist die Schlusserben (das sind häufig die Kinder) beantragen, wenn auch der zweite Elternteil verstorben ist.
Die Kosten eines notariellen Testaments oder notariellen Erbvertrages und die eines Erbscheins sind aber dem Grunde nach identisch. Man spart also mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts. Im Gegenteil. Ich schreibe aber bewusst "dem Grunde nach", weil es durchaus Abweichungen gibt. Fragen Sie mich! Ich erläutere Ihnen die Unterschiede und Zusammenhänge.

Das selbst verfasste Testament ist wahrscheinlich (wenn es gut formuliert ist) besser als kein Testament. Wie dargelegt, sparen sie aber keine Kosten. Außerdem tragen Sie das Risiko, dass es falsch ist oder auf wundersame Weise verschwindet.
Häufig lesen Juristen in Testamenten: "Wenn ich tot bin, erbt mein Ehegatte das Haus." Gut! Das Haus bekommt also der Ehegatte. Und wer bekommt den gesamten Rest? Das Geld auf dem Konto? Wer bezahlt die letzte unbezahlte Stromrechnung? Der Erbe. Und wer ist das, wenn es nicht im Testament steht?
Genau das steht dann leider häufig nicht in dem Testament. Einen Erben einzusetzen, bedeutet aber zu bestimmen, wer alle Rechte und Pflichten erben soll. Da bleibt immer mehr, als "nur" das Haus. Fragen Sie besser den Fachmann. Oder reparieren Sie Ihre Heizung oder Ihre Schuhe auch selbst? Es gibt gerade im Erbrecht so viele Fallstricke und vor allem steuerliche und sonstige ungeahnte und unerwünschte Folgen, von denen Sie vermutlich nicht einmal ahnen, dass es Sie gibt.

Ein Beispiel:
Eine kleine Patchwork Familie. Der Mann hat ein kleines Haus, das er von seinen Eltern geerbt hat und eine kleine Firma und etwas Erspartes. Die Eheleute haben kein Testament oder ein Berliner Testament, mit dem sie sich wechselseitig zu Alleinerben eingesetzt haben. Das spielt in diesem Beispiel keine Rolle.
Die Ehefrau hat ein Kind aus einer anderen Beziehung.
Die drei fahren mit dem Auto und erleiden einen schweren Unfall.
Der Mann stirbt sofort. Seine Frau wird seine Erbin. Sie erbt auch das Haus seiner Eltern. Eine halbe Stundes später verstirbt auch die Ehefrau. Erbin wird deren Tochter. Diese erbt das Vermögen ihrer Mutter und auch das zuvor von ihrer Mutter ererbte Vermögens des Stiefvaters, zu dem auch das Haus seiner Eltern gehört.
Auf dem Weg ins Krankenhaus verstirbt auch das Kind. Das Kind hat selbst keine Kinder. Der Vater des Kindes lebt aber noch. Er erbt das gesamte Vermögen des Kindes. Dazu gehört das gesamte ursprüngliche Vermögen des Stiefvaters der Tochter (Haus, Firma, Erspartes etc.) und das Vermögen seiner "Ex".

So etwas gibt es nicht? Ich habe das in meiner Praxis bereits erlebt. Hätten Sie das für möglich gehalten?

Durch eine geschickte Gestaltung eines Testaments oder Erbvertrages lässt sich dieses absurde Ergebnis vermeiden.